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Lucas Niggli - drums/percussion

Pressestimmen

Lucas Niggli ZOOM - Kunterbunte Phantastereien01.10.2005 / Landbote Winterthur
Lucas Niggli ZOOM
Kunterbunte Phantastereien

Als Komponist zählt Niggli zu den interessanten Vertretern der Post-Moderne. Seine kunterbunte Musik zeichnet sich durch eine anspruchsvolle Crossover-Ästhetik aus, die den Jazz (improvisatorische Eloquenz, Drive) mit Einflüssen aus der Neuen Musik (sperrige Strukturen, ungewöhnliche Klangschichtungen) und dem Rock (Energie, Intenstität) legiert. Komplexität und Sinnlichkeit kommen hier auf beglückende Weise zusammen…

Zurücklehnen kann man sich anderswo, bei Niggli ist volle Konzentration gefragt (diese wird reichlich belohnt). Den Auftritt im Theater am Gleis eröffnete die bestens disponierte Gruppe mit einem relativ neuen Stück: «Bad» dauerte über zwanzig Minuten und gab allen Beteiligten Gelegenheit, sich in kürzeren oder längeren Improvisationen zu profilieren. Der stupenden Virtuosität des Klarinettisten Claudio Puntin und des Posaunisten Nils Wogram setzte der Gitarrist Philipp Schaufelberger ein eigenwilliges Gemisch aus lyrisch-enigmatischer Verknappung und subersivem Humor entgegen, der Bassist Peter Herbert brillierte mit unkonventionellen Spieltechniken. Auf geradezu exemplarische Weise überbrückt der autodidaktische Komponist Niggli in seinem Œuvre den Graben zwischen improvisatorischer Freiheit und komponierter Klarheit, indem er immer wieder neue und überraschende Bezüge zwischen beiden Bereichen schafft. In dieser Hinsicht erreichen seine Werke eine strukturelle Raffinesse und Durchdachtheit, wie man sie im Jazz seit Duke Ellington und dem Modern Jazz Quartet nur noch sehr selten erlebt hat. In stilistischer Hinsicht geht er glücklicherweise seine ganz eigenen Wege: Niggli ist kein Papagei, der anderen nachplappert, sondern ein schräger Vogel, der hoch fliegt und seltsam singt.

Tom Gsteiger